Über 40 Jahre Bogenschießen im RSV von 1920 Detmold-Klüt e. V.
letzte Aktualisierung: 28.08.2017  
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Chronik des Bogenschießens in Klüt

Bogenschießen im RSV von 1920 Klüt e. V.   - erster Versuch

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Als sich vor 100 Jahren die Gründungsväter des Rasensport-Vereins RSV von 1920 Klüt e.V. zusammenfanden, dachte wohl keiner daran, dass es einmal Bogenschützen im RSV geben könnte und diese sogar bis heute dreimal den Titel des Deutschen Meisters in der Mannschaftswertung sowie etwa 30 Einzelmedaillen auf höchster Ebene erringen würden. Bis dahin aber war es ein langer Weg… Mit der Eingemeindung wurde 1970 der RSV Klüt zum RSV Detmold-Klüt…

Olympia 1972 brachte das Bogenschießen erstmals ins deutsche Fernsehen. Der Englische Garten in München bot eine angemessene Kulisse für die in Weiß gekleideten Damen und Herren. Für die Bogenschützen hier in Lippe war das sicher ein Motivationsschub zur Gründung der „Lippischen Bogenschützen“. Diese blieben zunächst eigenständig und trainierten in Lemgo auf einem nicht wettkampfgeeigneten alten Sportplatz. Damals gab es nur Sportler, die den Recurvebogen spannten – einen aus Mittelteil und Wurfarmen zusammensteckbaren Bogen mit Stabilisierung und Visier. Einige Jahre später zog man um auf einen Trainingsplatz an der Lemgoer Straße in der Nähe des Ellernkrugs.

1975 beginnt die Geschichte des Bogenschießens in Klüt. Die drei in Klüt wohnenden Mitglieder (Timmerberg, von Lehn, Ortmann) der „Lippischen Bogenschützen“, die damals eine eigene 30 kg schwere Scheibe aus dem Sporthaus auf die richtige Position rollten, um dort neben dem Fußballfeld zu trainieren – wenn nicht gerade die Rasensportler dem Ball hinterherjagten – gründen erfolgreich eine Bogenschieß-Abteilung im RSV. Bei der Mitgliederversammlung 1976 wünschen sie sich eine bessere Übungsmöglichkeit als den Seitenstreifen des Fußballplatzes. Planungen für einen eigenen Schießplatz gibt es daher schon frühzeitig.

1977 treten die „Lippischen Bogenschützen“ in RSV ein. Das sorgt 1978 zwar für „eine gewisse Unruhe in der Abteilung“, wie die alte Chronik feststellt, allerdings wird im gleichen Jahr auch der Bogenplatz von der Stadt Detmold genehmigt.

Seit damals trugen die Erben Robin Hoods dann neben dem Emblem der Lippischen Bogenschützen – eine Zielscheibe, in der drei Pfeile in der Mitte stecken – auch die Buchstaben des RSV Klüt.

1980 vermerkt die Chronik: „Die Bogenschützen warten auf den neuen Bogenschießplatz.“ Doch es sollte immer noch zwei Jahre dauern, bis dann dieser Platz mit einem Turnier eingeweiht werden konnte. Bis dahin häufen sich schon einmal die Erfolgsmeldungen der Bogenschützen, die von der Presse gerne erwähnt wurden.

In einem langen Gespräch mit Helmut Rubow, der den Bau des Platzes persönlich begleitet hatte, konnte ich Anfang 2017 erfahren, welche Widrigkeiten überwunden werden mussten, bis dann neben 2000 eigene weitere 2000 von der Stadt Detmold gestiftete Büsche und Bäumchen gepflanzt waren, der mit Tarnfarbe gestrichene Container aus einem zersägten LKW auf die vorbereiteten Fundamente geschoben und der Unterstand aus dem Altbestand eines Lemgoer Holzschuppenabbruchs erstellt werden konnte… und vieles mehr. Bei den notwendigen Aktionen halfen Helmut Rubows persönliche Beziehungen zu einem organisierten Bauunternehmer mit Bagger, Gartenbauer mit Baumrestbeständen, Schmieden... – so wie das nicht nur in den Sportvereinen früher immer wichtig gewesen ist.

Zur Platzeröffnung 1982 gab es ein offizielles FITA-Turnier (frz. Abkürzung für die Internationale Bogenschießorganisation, die auch die Regeln dafür erstellt). Bürgermeister Friedrich Vogt konnte den Hauptinitiatoren Walter Menke, Reinhard Koch, Josef Ortmann und Wolfgang Ehren zu so einem ehrenamtlichen Engagement der RSV-Bogensportler nur gratulieren.

Das in der Eröffnungsrede vom damaligen Abteilungsleiter Koch angesprochene große Doppel-FITA-Sternturnier (zu schießen sind dabei 288 Pfeile pro Schütze) fand dann schon 1984 statt, wegen der großen Nachfrage jedoch im Schulzentrum West.

Daran kann sich der Verfasser dieser Zeilen gut erinnern, stand er damals doch mit seinem zweiten Sohn im Kinderwagen und dem anderen Sohn an Mamas Hand hinter den in gerader Linie aufgereihten, in Weiß gekleideten Bogensportler, die in immer der gleichen Bewegung einen Pfeil nach dem anderen auflegten und dann die Scheiben in 90 Meter Entfernung anvisierten… und sogar trotz Seitenwind auch noch trafen.

Anfang der 1990er Jahre fanden sich unter Anleitung des „RSV-Urvaters im Bogenschießen“ Paul Clemens im Herrenbereich mehrere Sportler zusammen, die gemeinsam auf Medaillenjagd gehen wollten: Andreas Tigges (Jugend), Andreas Kroll, Claus Schapöhler, Klaus-Dieter („Rudi“) Niebisch, Peter Kollotzek (alle Herrenklasse), Rolf Leimkühler (Altersklasse).

Kein Turnier der Umgebung wurde ausgelassen, um auch den Wettkampfstress zu simulieren, so dass es nach den ersten Erfolgen manchmal noch vor Beginn der Veranstaltungen hieß: „Packt die Pokale schon einmal ein, die Detmolder sind wieder da!“

Mauerfall und Vereinigung der Bogenschützen in West und Ost führten dazu, dass neben dem Deutschen Schützenbund (Verband West) auch der Deutsche Bogensportverband (Verband Ost) ihre Meister kürten. So konnte man also seit 1990 sogar zweimal Deutscher Meister werden! Als Herausforderung starteten die Bogenschützen seitdem lange Zeit bei den Meisterschaftsrunden beider Verbände.

Und dann klappte es erstmals 1994 in Schefflenz mit dem Gewinn der Mannschaftswertung: Goldmedaille im DBSV. Von der Leistung beflügelt und die 75-Jahr-Feier des RSV im Jahr 1995 vor Augen, beschloss der damalige Vorstand rund um Herrn Büscher, die Deutsche Meisterschaft des DBSV im Jubiläumsjahr nach Klüt zu holen – und bekam den Zuschlag, nicht zuletzt deshalb, weil die DM 1994 von den Bogenschützen gewonnen worden war und zuvor 1993 schon bei Landesmeisterschaften des BVNW/DBSV in Detmold die Organisation pannenlos geklappt hatte.

Briefmarken-Sonderstempel, große Ankündigungen in den Zeitungen, Berichte im WDR-Fernsehen… alles war bestens vorbereitet, als sich dann die Sportler des RSV der Titelverteidigung stellten: Andreas Kroll, Claus Schapöhler, Klaus-Dieter Niebisch und Peter Kollotzek.

Und es musste ja klappen! Denn bei der Mitgliederversammlung 1995 erhielten die Vorjahressieger jeweils einen kleinen Bogenschützen auf Marmorsockel mit der Gravur: Deutscher Meister 1995! Und es klappte. Vor einer tollen Kulisse – die 25 Scheiben standen auf der einen Torlinie des Fußballplatzes – die Schützen visierten etwa auf der Höhe des 11-Meter-Punktes der anderen Seite die goldene Mitte der Papierscheiben an – trafen die „Lippischen Bogenschützen“ im RSV Klüt besser als alle anderen Mannschaften, die z. B. aus dem Ruhrgebiet, aus Hamburg oder Schwedt/Oder angereist waren. Zum zweiten Mal hieß es: Gold und Deutscher Mannschaftsmeister im DBSV.

Parallel dazu traten die Schützen und Schützinnen gleichberechtigt nebeneinander von 1993-2008 in der Bogensport-Bundesliga des DBSV an und erreichten dort im besten Fall die Bronze-Medaille. Lange Fahrten, ein hoher zeitlicher und finanzieller Aufwand und auch berufliche Veränderungen führten dann dazu, dass das Engagement der Bundesligamannschaft beendet wurde. Einzelne Sportler schossen und schießen heute noch als Gastschützen für Vereine der Umgebung.

Ein nächster Höhepunkt der mittlerweile aus der Herrenklasse in die Altersklasse gekommenen Sportler waren die Meisterschaften des DSB im Jahr 2007 in München. Für die zielsicheren Schützen Rolf Leimkühler, Bert Mehlhaff und Peter Kollotzek gab es Silber draußen unter freiem Himmel.

Ein halbes Jahr später kletterten Mehlhaff und Kollotzek diesmal mit ihrem Kollegen Michael Angerer in Hanau ganz oben aufs Treppchen: Wieder einmal Gold für die RSV-Bogensportler im Hallenwettbewerb.

Während draußen die 70 Meter entfernt stehende Scheibe eine goldene Mitte (die Zehn und die Neun) von 25 cm hat, sind es in der Halle bei 18 Meter Entfernung lediglich 4 Zentimeter, die bei guten Schützen mit zwei von drei Schüssen getroffen werden sollten. Das hatten die Klüter gut raus…
Diese Kurzchronik kann nicht alle Erfolge der Bogenschützen über die 45 Jahre ihres sportlichen Einsatzes aufzählen, daher die Beschränkung auf die Titel bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften. Alleine mit den Medaillen von Bezirks- und Landesmeisterschaften ließe sich eine komplette Innenwand des Sporthauses "verschönern". Die ca. 30 Einzelmedaillen bei den DM würden ein Schublade füllen...

Doch jeder fängt einmal klein an: Um überhaupt erste Erfahrungen im Bogenschießen zu vermitteln, benötigt man fachlich geschulte Ausbilder. Mit dem Tod von Paul Clemens, der sich seit den 1980er-Jahren jede Woche rührend um die Anfänger gekümmert hatte, verlor der RSV seinen „Haupttrainer“. Ersatzweise sprangen andere Schützen ein, bis dann mit Astrid Reis die Bogenschützen seit vielen Jahren eine Schützin fanden, die selbst lange Zeit mit dem Recurvebogen geschossen hat und sich nunmehr um die Beginner kümmert. Das geschieht aus organisatorischen Gründen in einer Zusammenarbeit mit der VHS Detmold-Lemgo. Drei- bis viermal im Jahr gibt es eine zwei-/dreitägige intensive Einführung. Da das gesamte Material gestellt wird, kann so den Interessenten eine allzu kostspielige und über viele Wochen gehende Einführung erspart bleiben: Nach den drei Tagen weiß man, ob man vom Bogenschieß-Bazillus infiziert ist.

Um auch den Leistungsschützen einen angemessenen Trainer zur Seite zu stellen, lud sich Dirk Schmidt die schwere Last auf seine Schultern, eine Trainerausbildung beim international anerkannten Koreaner Kisik Lee zu absolvieren. Als Erfolgsgarant der USA-Herren und anderer Bogensportler ist der Koreaner immer noch der unerreichte Fachmann. Dirk musste quer durch Europa zu den Ausbildungszyklen reisen und hat dabei ein Wissen mitgebracht, das heute unseren Leistungsschützen bei Ligawettkämpfen zugute kommt. (mehr folgt später)
Parallel zum Fortschreiten der Jahreszahlen entwickelte sich auch das Bogenmaterial, der Compoundbogen wurde aus den USA nach Europa importiert und fand auch in Klüt seine Freunde.

Anders als beim Recurvebogen, der erst bei der höchsten Spannung der Sehne die meiste Energie bereitstellt, verringert sich durch eine Art Flaschenzugtechnik die Auszugskraft des Compoundbogens gegen Ende hin. So ist er prinzipiell zwar leichter und länger in gespanntem Zustand zu halten, verlangt aber eine besonders saubere Bewegung im Augenblick des Abschusses – denn dann wird schlagartig erst die Maximalkraft auf den Pfeil übertragen.

Unser „Flinker-Flitzebogen-Fachmann“, wie die LZ am … den damals noch sehr erfolgreich Recurvebogen schießenden Florian Angerer betitelte, war in der Folgezeit der Vorreiter der Compoundschützen im Klüter Verein.
2009 gab die Abteilung dann auch ihre finanzielle Selbstständigkeit auf, nachdem Wilhelm Tigges, der über 20 Jahre lang – zeitweise auch als Abteilungsleiter – umsichtig und vorausschauend die finanziellen Geschicke der Bogenschützen geleitet hatte, obwohl er selbst kein aktiver Schütze und nur wegen seines jahrelang erfolgreichen Sohnes Andreas überhaupt im RSV war, aus Krankheitsgründen zurücktreten musste und sich kein Nachfolger als Abteilungskassierer finden wollte. Der Hauptverein war über die erhebliche Finanzspritze sehr erfreut.

[...]

Aktuell schießen die Klüter Bogensportler regelmäßig sowohl mit dem Recurve- als auch mit dem Compoundbogen auf Bezirks-, Landes- und ab und zu auch Deutschen Meisterschaften des DSB.



Der Schießplatz ist geplant...

 
1995 - RSV Klüt erreicht Gold auf eigenem Platz


2007 - Deutscher Mannschafts-Vizemeister


Goldmannschaft Altersklasse 2008


Robin-Hood-Schuss von Michael Angerer - er "spaltete" seinen eigenen Pfeil


Wilhelm Tigges gibt sein Amt als Kassierer ab - Dank des Vorstandes


Rolf Leimkühler - mehrfacher deutscher Einzelmeister (zuletzt 2011)


2001 - die aktiven Trainingsteilnehmer
BOGENSPORT FÜR JEDERMANN  
  Hobby oder Wettkampf?
Langbogen, Recurvebogen oder Compound?
Schüler(in), Jugendliche(r), Erwachsene(r) oder Senior(in)?
Bei den Bogenschützen im RSV bist auch Du „gold“richtig!

Unsere Seite ist einfach, aber aktuell - siehe Datum links oben!
 
ANSPRECHPARTNER  
  Trainingsfragen:
dirk.schmidt(a)wwcad.de
Anfängerfragen:
astrid.reis(a)web.de
 
Saison 2017 - TRAINING  
  SOMMER (ab April 2017)
Sportplatz Detmold-Klüt
tägliches Training möglich
- meist Gummistiefel nötig -
- Gäste nur nach Anmeldung -
Aufsicht: mi./fr. 17-19 Uhr
Anfänger: freitags 17 Uhr
0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0
WINTER (Saison 2018 ab Oktober)
montags: 20-22 Uhr (Wettkampftr.)
mittwochs: 18-22 Uhr (alle)
freitags: 17-19 Uhr Anfänger
freitags: 19-22 Uhr erfahrene S.
- Gäste 3 € nur nach Anmeldung -
Halle: Stadtgymnasium Detmold
 
POSTANSCHRIFT des Hauptvereins  
  RSV-Klüt
Katja Tölle
Mittelstraße 66a
32758 Detmold